Du schaltest Meta Ads, verschickst einen Newsletter, postest auf LinkedIn und hast einen QR-Code auf dem Messeflyer. Vier Wochen später öffnest du GA4, und die größte Quelle heißt „Direct". Die zweitgrößte heißt „Unassigned". Welcher der vier Kanäle die Besucher gebracht hat, steht nirgends.
Das ist kein Fehler von GA4. GA4 kann nur zuordnen, was im Link steht. Und in den meisten Links steht nichts, oder jedes Mal etwas anderes.
Was UTM-Parameter sind
UTM-Parameter sind kleine Zusätze am Ende einer URL. Sie verraten dem Analyse-Tool, woher ein Besuch kommt. Für die Seite selbst ändern sie nichts, der Besucher landet auf derselben Seite wie ohne.
https://asuka.de/leistungen?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=herbst-2026
Fünf Parameter gibt es, drei davon brauchst du immer:
| Parameter | Beantwortet | Beispiel |
|---|---|---|
utm_source |
Von welcher Plattform? | facebook, newsletter, linkedin |
utm_medium |
Welche Art von Kanal? | paid-social, email, social |
utm_campaign |
Welche Aktion? | herbst-2026, messe-koeln |
utm_content |
Welches Motiv, welcher Link? | video-hook-a, header-banner |
utm_term |
Welches Keyword? | selten nötig, siehe unten |
Das Medium entscheidet über den Kanal
Hier passieren die meisten Fehler, und hier entsteht das „Unassigned". GA4 sortiert jeden Besuch in eine Standard-Kanalgruppe wie „Paid Social", „Organic Social" oder „Email". Dafür schaut es vor allem auf utm_medium, und es erwartet bestimmte Werte.
- Bezahlte Social-Anzeigen:
utm_medium=paid-social(oder ein Wert, der mitpaidbeginnt bzw.cpcenthält) zusammen mit einer Social-Quelle wiefacebookodertiktoklandet in „Paid Social". - Organische Social-Posts:
utm_medium=sociallandet in „Organic Social". - Newsletter:
utm_medium=emaillandet in „Email".
Wer stattdessen utm_medium=fb-anzeige oder utm_medium=Kampagne schreibt, bekommt die Besuche zwar gezählt, aber GA4 weiß nicht, in welche Gruppe sie gehören. Ergebnis: „Unassigned".
Die Nomenklatur ist wichtiger als jeder einzelne Link
UTM-Werte unterscheiden zwischen Groß- und Kleinschreibung. Facebook, facebook und fb sind in GA4 drei verschiedene Quellen. Nach einem halben Jahr mit drei Leuten im Team hast du so zwölf Varianten derselben Plattform und kannst keinen Monat mehr mit dem anderen vergleichen.
Darum lohnt sich eine Regel, die einmal festgelegt und dann nicht mehr diskutiert wird:
- Alles klein. Keine Großbuchstaben, nirgends.
- Bindestrich statt Leerzeichen.
herbst-launch, nichtherbst launchoderHerbst_Launch. - Feste Werte für Source und Medium. Eine kurze Liste, aus der alle wählen, statt frei zu tippen.
- Kampagnenname mit Zeitbezug.
herbst-2026ist in einem Jahr noch verständlich,aktionnicht.
Genau dafür haben wir den UTM-Builder gebaut: Er hat Voreinstellungen für die gängigen Kanäle, warnt bei fehlenden Pflichtfeldern und erzeugt Links nach einer einheitlichen Schreibweise.
Wo du UTMs brauchst, und wo nicht
Brauchst du: überall, wo du einen Link selbst in die Welt schickst. Newsletter, organische Social-Posts, Link in Bio, Kooperationen, QR-Codes auf Print, Meta- und TikTok-Anzeigen.
Brauchst du nicht bei Google Ads. Dort übernimmt die automatische Tag-Kennzeichnung (Auto-Tagging) die Zuordnung über die GCLID, und die liefert mehr Daten als jeder manuelle Parameter. Wichtig ist nur, dass Auto-Tagging aktiviert und das Ads-Konto mit GA4 verknüpft ist. Deshalb brauchst du auch utm_term selten: Die Suchbegriffe kommen aus Google Ads selbst.
Auf keinen Fall bei internen Links. Ein UTM-Parameter auf einem Link von deiner Startseite zu deiner Leistungsseite überschreibt die echte Quelle des Besuchs. Wer über eine Google-Anzeige kam und dann auf deinen intern getaggten Banner klickt, steht danach als „Banner" in der Statistik, und die Anzeige verliert die Conversion. Für interne Klicks gibt es Events, keine UTMs.
Bei Anzeigen: dynamische Parameter statt Handarbeit
In Meta Ads musst du nicht jede Anzeige einzeln taggen. Im Feld „URL-Parameter" auf Anzeigenebene setzt du einmal eine Vorlage mit Platzhaltern, die Meta beim Ausspielen selbst füllt:
utm_source=facebook&utm_medium=paid-social&utm_campaign={{campaign.name}}&utm_content={{ad.name}}
Damit steht in GA4 automatisch, welche Kampagne und welche Anzeige den Besuch gebracht hat. Voraussetzung: Deine Kampagnen- und Anzeigennamen folgen derselben Nomenklatur wie oben, sonst holst du dir das Chaos über die Hintertür wieder rein. TikTok bietet vergleichbare Platzhalter.
utm_content ist dabei der unterschätzte Parameter. Er zeigt dir, welches Motiv nicht nur Klicks, sondern auch Anfragen auf der Website gebracht hat. Wie du daraus einen echten Creative-Test machst, steht in unserem Beitrag zum Testen von Social-Ad-Creatives.
Die Kontrolle in drei Minuten
Ob dein Tagging funktioniert, siehst du schnell:
- Öffne in GA4 den Bericht Akquisition → Traffic-Akquisition und stell die Ansicht auf „Sitzung: Quelle/Medium".
- Such nach Schreibvarianten derselben Plattform (
facebook / paid-socialnebenFacebook / cpc). - Schau, wie hoch der Anteil von „(not set)" und „Unassigned" ist. Liegt er dauerhaft über ein paar Prozent, fehlt irgendwo ein Parameter oder das Medium passt nicht.
Ob GA4 und deine Pixel überhaupt korrekt auf der Seite laufen, prüfst du vorher mit unserem Tracking-Audit. Und wie verlässliche Daten trotz Cookie-Banner zustande kommen, erklären wir im Beitrag zu GA4, Consent Mode und server-seitigem Messen.
Warum sich der Aufwand lohnt
Sauberes Tagging ist keine Ordnungsliebe. Es ist die Grundlage für jede Budgetentscheidung. Wenn du nicht weißt, ob der Newsletter oder die Instagram-Kampagne die Anfragen gebracht hat, verteilst du das nächste Budget nach Gefühl. Mit sauberen UTMs siehst du für jeden Kanal die Stufe, die für dein Ziel zählt: Besuche, Interaktionen auf der Seite oder Anfragen.
Wenn du dein Setup einmal von außen ansehen lassen willst, erzähl uns davon. Mehr zu unserer Arbeit unter Tracking & Analytics.




